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Erfolgsgeschichten

Die Digitalisierung in den Bau- und Planungsprozessen wird stetig wichtiger für den Erfolg von Architekten und Ingenieuren. Die hieraus wachsenden Herausforderungen sind vielfältig und meist nicht ohne Veränderungen der gewohnten Abläufe möglich.  Wie Ihre Kollegen dies gemeistert haben lesen sie in den „Erfolgsgeschichten“. In einer losen Reihe berichten Architekten über den gelungen Wandel, aber auch über die Hindernisse und Hürden, die es zu nehmen galt.

Interview mit Oliver Sommer von Stereoraum Architekten (Teil 2)

Sie bearbeiten Ihre Projekte, wenn möglich, von der Leistungsphase 1 bis zur 8. 
Ab wann setzen Sie Bechmann BIM in der Planung ein? 

Oliver Sommer: Schon ab der ersten Kostenschätzung. Unsere Modelle sind so umfassend detailliert, dass wir früh in die AVA einsteigenWir nutzen die BIM-Modelle inzwischen sogar, um gelegentlich die berühmte „Erste Zahl“ aufzurufen. Dann geben wir nur ein simples Modell mit Räumen aus, um die darin ermittelten Flächen und das geplante Budget abzugleichen. Das passiert wirklich alles nur sehr grob und mit Standardwerten sowie unseren Projekterfahrungen. Dennoch können wir hier bereits Mengen und Massen aus dem Modell nutzen. 

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Da ich in meiner Planungssoftware (Archicad, links) kontrolliere, was ich auslese, ist es z.B. möglich nur die Nutzflächen auszulesen und diese mit Kenndaten zu belegen (Bechmann BIM, rechts). So erhalte ich eine „Erste Zahl“ und einen Budget-Abgleich im Projekt.
Bildnachweis: Screenshot Bechmann BIM, stereoraum Architekten GbR

 

Und bis wann können Sie Bechmann BIM in Ihren Projekten nutzen? 

Oliver Sommer: Wir arbeiten bis zur Kostenberechnung im Rahmen der Baueingabeplanung durchgängig damit. In den folgenden Leistungsphasen gibt es so eine Art „Ping-Pong“ zwischen BECHMANN BIM und BECHMANN AVA. Grundsätzlich gilt bei uns die Devise: Wir wollen das baubegleitende Planen möglichst auf Null halten, also vor Baubeginn bereits viele Fehlerquellen durch eine saubere Planung ausräumen. Das braucht natürlich ebenso Planungsdisziplin und Entscheidungsfreude beim Bauherrn!

Wie reagieren Ihre Bauherren auf ihre sehr strukturierten und digitalen Arbeitsprozesse? 

Oliver Sommer: Viele sind erfreut darüber, wie transparent wir Entwurf, Bauweise und die damit verbundenen Kosten abbilden könnenDer ein oder andere Bauherr kam dann schon auf die Idee, dass wir schnell nochmals vier oder fünf Entwurfsvarianten erarbeiten. Weil es für ihn alles gefühlt wie mit nur einem Mausklick funktioniert. Dem ist aber keineswegs so! 

Dennoch: Wir erarbeiten mehrere Varianten in den jeweiligen Projektenzum Beispiel um verschiedene Wandkonstruktionen, Systemaufbauten oder technische Ausstattungen und deren Kosten abzugleichen. Diese Varianten können wir schnell mit den jeweiligen Kosten gegenüberstellen und eine gute Entscheidungsgrundlage schaffen. Darüber hinaus ist das alles gut dokumentiertDamit entsteht ein großer Nutzen für den Bauherrn. 

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Die „Erste Zahl“ einmal anschaulich: eine Auswertung nach DIN 276, KG 300 und 400, 2. Ebene.
Bildnachweis: Screenshot Bechmann BIM, stereoraum Architekten GbR

 

Auf welche Softwarelösungen setzen Sie in den Projekten? 

Oliver Sommer: Wir setzen auf Archicad und Bechmann. Archicad als BIM-Planungssoftware nutzen wir durchgängig und in allen Projektphasen. In unseren neuen Projekten kommen BECHMANN BIM sowie BECHMANN AVA zum EinsatzWie bereits gesagt: Sobald die Kostenberechnung abgeschlossen ist, wechseln wir von BECHMANN BIM auf BECHMANN AVA. In der Ausführungsplanung findet dann in der Regel nochmals ein modellbasierter Kostenabgleich statt – wegen etwaiger Veränderungen nach der LPH 4. Und dann geht´s ab in die Ausschreibung mit BECHMANN AVA. Das Gebäudemodell ist ja ebenso in BECHMANN AVA hinterlegt. Das ist für uns ein großer Vorteil und bietet Sicherheit im Projekt, denn die Kostenelemente lassen sich am Modell nochmals prüfen. 

Also sind Sie komplett zufrieden mit Ihrer AVA-Lösung? 

Oliver Sommer: Wir sind im engen Austausch und Kontakt mit BECHMANN. In der Softwareprogrammierung wird beim Unternehmen auf die Kundenwünsche eingegangen. Das haben wir zum Beispiel an den deutlichen Verbesserungen im IFC-Viewer in der 19erVersion gespürtSowas schafft man aber nur gemeinsam und bei der Arbeit an realen Modellen. Mit einem Testmodell ist das nicht möglich. Die IFC-Schnittstelle im Programm ist bereits sehr gutkomplett offen, schreibt alles rein und raus, was nötig istDer Umgang mit BCF ist vielleicht noch einen Blick in der Zukunft wert. Das interne Feedback aus unserer Entwurfsabteilung und der Modellierung sagt: Wir brauchen BCF immer mehr für eine interne Kommunikation im Projekt. 

Worin sehen Sie den besonderen Nutzen für das Projekt bei Ihrer Arbeitsweise? 

Oliver Sommer: Sie bedeutet für uns eine höhere Kostensicherheit über alle Planungsphasen hinweg. Hinzu kommt: Eine Veränderung in der Geometrie lässt sich mit überschaubarem Aufwand übertragen. Bei jeder Aktualisierung des Gebäudemodells haben wir also stets den aktuellen Kostenstand. Und außerdem machen wir selbst weniger Fehler bzw. bemerken diese viel schneller, so dass sie nicht im Modell verbleiben. 

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Je nach Anforderung muss man bereits sehr detailliert arbeiten. Hier verschieben sich u.U. Arbeitsaufwand
in den Leistungsphasen. Das muss auf jeden Fall bereits im Vertrag beachtet werden!

Bildnachweis: Screenshot Archicad, stereoraum Architekten GbR

 

Verfolgen Sie mit der AVA ein spezielles Ziel? 

Oliver Sommer: Ja, durchaus. Unser Ziel ist es, dass durch die Einbindung von BECHMANN BIM und BECHMANN AVA in den BIM-Planungsprozess direkt in den Projektteams eine Person die Kostensteuerung übernimmt. Das minimiert Schnittstellen und schafft ein größeres Verständnis, zum Beispiel für die Wichtigkeit der Modellierungsrichtlinie. Aktuell ist eine Person nur mit der Kostensteuerung gleich mehrerer Projekte beschäftigt. Das umfassende Projekt-Know-how des Teams selbst hierfür zu nutzen, wäre aber sehr sinnvoll. Ergänzend versuchen wir die Kostenauswertungen immer weitergehend über Filter und Favoriten zu steuern, um hier weniger fehleranfällig zu sein.  

Interview mit Oliver Sommer von Stereoraum Architekten (Teil 1)

Allgemeine Fragen zur Herangehensweise an die Planung, Überleitung zu digitalen Planungsmethoden, Kostenberechnung als Rückgrat im Projekt etc.

 

 

 

Oliver Sommer von stereoraum Architekten. Das Büro erhält seine Aufträge seit Jahren vor allem über „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Die BIM-Methode kommt bei stereoraum neben der Gebäudemodellierung auch im Bereich der Kostenermittlung, Ausschreibung und Kostenkontrolle mit BECHMANN BIM zum Einsatz.

 

 

Was sind die Arbeitsschwerpunkte bei stereoraum Architekten?

Oliver Sommer: Wir sind kein klassisches Wettbewerbsbüro, sondern bearbeiten gern alle Leistungsphasen in unseren Projekten. Unser Fokus liegt dabei schon immer in der Bauausführung. AVA, Bauleitung, Kostenplanung und -management kommen hinzu, weil sie eine Qualitätssicherung für den Bauherrn bedeuten. Das alles mit digitalen Planungsmethoden wie BIM zu verbinden und den gesamten Prozess möglichst digital zu gestalten, ist unser Ziel. Aktuell sind wir elf Leute im Büro. Alle sind ausgebildete Architekt/innen und Innenarchitekt/innen.

Haben Sie besondere Projektschwerpunkte?

Oliver Sommer: Wir arbeiten für alle Bauherren-Spezies, so zum Beispiel aktuell an einer KiTa für einen öffentlichen Bauherrn. Hinzu kommen Projekte vom privaten Einfamilienhaus bis zum großen Weingut in Mainz für einen gewerblichen Bauherrn.

Wo sehen Sie für Ihr Büro weitere Potenziale in der Zukunft?

Oliver Sommer: Die Digitalisierung ist eine große Chance, die Planungsqualität zu verbessern und verlorengegangenes Terrain in Richtung Baumeister zurückzugewinnen. Wir entwickeln unser Büro stark in diese Richtung, also als Systemgeber im gesamten Bauprojekt wieder viel mehr selbst zu steuern. Digitales Planen und Bauen – darin sehe ich ein großes Potenzial und hier entwickeln wir uns rasch weiter. BIM ist dabei noch immer unser „Steckenpferd“. Unsere Bauherren haben das Thema aber leider noch nicht so ganz „auf dem Schirm.“

Welche Herausforderungen bedeutet die Digitalisierung für Ihr Büro?

Oliver Sommer: Das buchstäbliche Umstellen im Kopf bei unseren neuen Mitarbeitern, also weg von 2D und hin zu 3D, ist noch immer ein Thema. Außerdem ist es wichtig, dass die Kollegen weiterhin lernen, korrekt zu modellieren. Wir arbeiten mit einer Modellierungsrichtlinie, die verbindlich ist für alle Projekte. Diese Richtlinie muss stets aktuell gehalten, auf unsere Prozesse angepasst werden und sie muss die notwendigen Modellqualitäten abbilden. Das ist eine echte Herausforderung.

Die modellbasierte Planung ist bei Ihnen bereits Büroalltag. Kommt sie auch für die Detailplanung zum Einsatz, die ja einen hohen LOD bedingt?

Oliver Sommer: Die Detail-Grundlagen kommen aus dem Modell. Ich würde sagen ungefähr zu 50 %. Alles weitere wird pragmatisch in 2D nachgearbeitet. Anders verhält es sich an kritischen Detailpunkten wie z.B. am Ortgang, der Traufe oder bei den Fundamentanschlüssen und Abdichtungen. Hier spielen wir die erarbeiteten Details zurück ins Modell. Zum einen, um eine Kontrolle zu haben, ob das Detail passt und wo wir ggf. nachbessern müssen. Zum anderen möchten wir wichtige Parameter wie Abdichtungen oder luftdichte Schichten ebenfalls sauber im Modell abbilden.

Kostenberechnung und Ausschreibung spielen eine wichtige Rolle in den Projekten. Wie reagieren Sie in ihrer Modellierungsrichtlinie darauf?

Oliver Sommer: Wir haben eine strikte Vorgabe, wie die Bauelemente zu bezeichnen sind. Diese gilt für alle Projekte. In unserer Modellierungssoftware Archicad sind daran Favoriten angefügt, im BECHMANN BIM hängt daran eine Filterfunktion. Wenn der Bauteilname auftaucht, erkennt die AVA-Software sofort, mit welchem Kostenelement es zu verknüpfen ist. Das hält die Projektkosten über alle Planungsphasen transparent. Bisher sind so ca. 70 % alle Elemente „bemustert“ und mit Preisen versehen, die aus der DBD-Datenbank eingespielt werden.

 

 

Wie können wir uns den Übergang aus der Modellierungssoftware ins BECHMANN BIM vorstellen?

Oliver Sommer: In unserer BIM-Planungssoftware haben wir uns eine Ebenenkombination überlegt, die alle Elemente und Infos enthält, die in der AVA benötigt werden. Diese gebe ich als IFC-Datei über den BECHMANN-Übersetzer direkt aus dem Planungsprogramm aus. In der Datei sind alle relevanten Eigenschaften hinterlegt. An jedem BIM-Element hängt eine individuelle Bauteil-ID, die so ins BECHMANN BIM wandert.

 

 

 

Heinle, Wischer und Partner
Mengen- und Massenermittlung direkt aus dem Gebäudemodell

BIM Koordination bei Heinle, Wischer und Partner

Es gibt Architekturbüros, die lassen sich in keine Schublade stecken – weder ihre Projekte noch die Menschen, die hinter den Büronamen stehen. Dass sie in Deutschland bis heute und so zahlreich sind, ist der noch vorhandenen Freiheit zu verdanken, mit der sie sich durch unsere kleinteilige Planungs- und Baukultur manövrieren. Größe oder Verdrängungskampf wie in anderen europäischen Ländern und in anderen Planungskulturen üblich, sind hier (noch) nicht die alleinigen Parameter, an denen der Erfolg eines Büros gemessen wird. Vielmehr ist es das Agieren „am Puls der Zeit“ – nicht einer Mode folgend, eine klare Architekturhaltung und das stete Neuerfinden unter wechselnden Vorzeichen.

Lesen Sie die ganze Erfolgsgeschichte …

Pötting Architekten
AVA nach parametrischen Ansätzen

Jörn Pötting am Schreibtisch

Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung sind wichtige Leistungsbereiche eines Architektur- oder Planungsbüros. Das ist keine neue Erkenntnis: Angehende Architekten oder Bauingenieure kommen schon in den ersten Semestern ihres Studiums damit in Berührung. Aber nicht jeder von ihnen sieht darin eine primäre Aufgabe für sein späteres Berufsfeld. Dann möchten die einen nur am Entwurf, die anderen lieber an finiten Elementen tüfteln. Doch das ist schade, wenn nicht sogar grob fahrlässig.

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